| Guntram Erbe Der Rückzug Ein Reisebericht (Roman) Exposé: Der Roman Der Rückzug wurde im Oktober 1999 abgeschlossen und in der Türkei in zwei deutschsprachigen Wochenzeitungen als Fortsetzungsroman veröffentlicht.
Ein etwas neurotischer Deutscher reist im Jahr 1989 per Bahn nach Istanbul, weil er dorthin
geschickt wird. Dort kümmert er sich sofort darum, einen Platz
in
einem Zug zurück nach Deutschland zu reservieren. Er hat die
üblichen klischeehaften Vorbehalte Türken und der
Türkei
gegenüber und findet sie bestätigt durch ein paar
krimireife
Erlebnisse, die ihn glauben machen, er werde verfolgt. Er verspinnt
sich in eine Mischung aus Ahnung, Traum, Spekulation und
Befürchtungen und flieht ohne Plan und Ziel ins Innere
Anatoliens.
Auf der Zugreise nach Istanbul und der Busreise ins Inland hat er Bücher dabei, die er inhaltlich nicht bewältigt, er markiert sich aber „schöne Stellen“. (Der Text reflektiert nebenbei u.a. Rumis „Mesnevi“ und Orhan Pamuks „Schwarzes Buch“.) Der Deutsche strandet in einem inneranatolischen Dorf, in dem er auf einige (türkische) Menschen trifft, die, wie er ja auch, gezwungen worden sind, in irgend einer Art und Weise einen Rückzug anzutreten. Hier findet nun eine Auseinandersetzung mit persönlichen und gesellschaftlich-politischen Meinungen und Haltungen der verschiedenen Personen statt. Eine uralte Frau, ein pensionierter Lehrer und eine junge türkische Intellektuelle gewinnen Einfluss auf den Deutschen. Die entstehende Idylle ist wie jede trügerisch. Nicht wirklich gelingt es dem Deutschen, zu verstehen, was um ihn herum geschieht. Die sich anbahnende Zuneigung zwischen der jungen Türkin und dem Deutschen entwickelt sich nur mäßig unter Hemmungen und gegenseitigen Empfindlichkeiten. Nach dem verprellten Rückzug der jungen Frau gibt es zwar ein Wiedersehen in Istanbul, unwissentlich ebnet die Frau dabei aber den Weg zurück in die Krimisituation des Romanbeginns. Hier der Roman zum persönlichen, nicht kommerziellen Download (alle Rechte vorbehalten!) |